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STANDBY (ME)
In ihrer Arbeit für das Ensemble des Choreographischen Theaters entwirft Rafaële Giovanola ein traumhaftes Szenario, das seltsam vertraut, absurd und fremd zugleich erscheint. Es ist ein Bericht "Aus dem Leben der Marionetten", eine Versuchsanordnung, in der die Beziehungen wie in durchsichtigen Reagenzgläsern aufgereiht sind, in denen unterschiedliche Stoffe, Mischungen und Konstellationen trotzdem in derselben Weise reagieren. Selbst der leidenschaftlichste Kampf der beiden Liebenden um Nähe und gegen Fliehkräfte, bestätigt nur die Erzählung von Warten und Einsamkeit, Vergeblichkeit und Verfehlen. Die traumhaften Bilder des Fliegens und Schwebens unterstreichen nur, dass sich in dieser lebensnahen Vorhölle, außer den Seilen und Körpern, überhaupt nichts bewegt."... dreißig Minuten reichen für eine zauberhaft poetische Auseinandersetzung mit Liebe und Gleichgültigkeit aus, Anziehung und Abstoßung. Zwei Paare und ein Einzelgänger sind in unterschiedlichen Höhen und Abständen aufgehängt - schwerelos, aber doch gefesselt. … Giovanola trickst die Schicksalsfäden aus, mal mit langsamen schwerelosen Bewegungen, wie unter Wasser, dann mit geradezu akrobatischen Verrenkungen. … eine Choreographie voller unwirklicher Eleganz und Ausdruckskraft." (General-Anzeiger, Bonn)
"Gefangene ihrer Sehnsüchte" sind Rafaële Giovanolas Wesen. An ihren Seilen tanzend, können sie nicht voneinander weg, aber auch nur schwer zueinander hin. Dieser technische Einfall ist gut, er hat was mit den Freiheitsgraden des Menschen zu tun, geschieht wie eine Einübung in die Schwerelosigkeit, aber sie können weder der Schwere noch ihren Anbindungen entkommen. Erwähnt werden sollten noch Marco Zeiser Celestis feine Musikeinrichtung. Und der üppige Beifall." (Bonner Rundschau)





